Mittwoch, 30. Mai 2018

km 6465 - Ollantaytambo (Peru)

Von Puno nach Ollantaytambo (Nähe Machu Picchu) wollte ich relaxt angehen und plante 2 Tage ein.
Ich war noch nicht lange auf dem Motorrad und wunderte mich, warum so wenig Verkehr auf dieser Hauptstraße unterwegs war. Dann kam die Auflösung. Es wurde in der Gegend um die Stadt  Juliaca demonstriert. Und dies sieht folgendermaßen aus:

Es werden quer über die Straße große Steine gelegt, so dass kein Fahrzeug durch kommt. Dann wird noch das komplette Hindernis mit Glasscherben aufgefüllt. Alle paar Meter gibt es dann solche Hindernisse. Damit niemand diese Steine wegräumt, stehen mehrere Demonstranten dort auf der Straße und passen auf. Oft werden auch noch Autoreifen angezündet. Solche Demonstrationen können sich auf mehrere Tage hinziehen.
Als ich vor der ersten Sperre stand, wusste ich noch nicht, dass sich dieser Hindernis-Parcours über eine Lände von ca. 50 km erstreckte.
Mit dem Motorrad konnte ich oft zwischen den Steinen durchfahren und meistens auch die Demonstranten davon überzeugen, dass ich Tourist aus Deutschland bin und zum nächsten Ort weiterfahren müsste. Meistens wurde ich dann winkender Weise durchgelassen. Aber viermal wurde ich von wütenden Frauen mit Glas-Flaschen beworfen., die dann mich und das Motorrad trafen, oder unter den Reifen zerbarsten. Die Motorrad Schutzkleidung und Helm hielt dabei einiges ab.
Da war ich dann schon geschockt - ich kannte Peru bis jetzt eigentlich nur freundlich und aufgeschlossen.
Die damaligen erlebten Demos in Argentinien waren ein Klacks gegen das, was jetzt hier geboten wurde. Es waren sehr nervtötende Kilometer.
Gegen Schluss zu wurde es noch einmal kritischer, aber ein netter Peruaner auf seiner Harley, der zufällig entgegen kam, drehte um und brachte mich durch die letzten Sperren. Dann endlich hatte ich freie Fahrt zum Zwischenstopp Machu Picchu.
Während einer Pause entfernte ich noch die Splitter aus den Reifen die Gottseidank nur oberflächlich waren.




Rechts unten im Bild die anfliegende Flasche, welche das Motorrad an der Front traf und zerbrach.





Glückliche Hühner ...



Dieser Mais wurde noch nicht gegrillt




Überall wird hier eine Delikatesse angeboten: Meerschweinchen



Meerschweinchen im Grill




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Montag, 28. Mai 2018

km 6015 - Puno (Bolivien)


Bei der Fahrt nach Puno musste ich über die Grenze von Bolivien nach Peru fahren. Mir graute es schon, da ich viele negative Geschichten bei diesem Grenzgang im Internet gelesen habe.
Auf der bolivischen Seite wurde das von der Einreise schwierig, mit viel Zeitverlust verbundene Dokument, kaum beachtet, abgestempelt und ich durfte ausreisen.
Auf der peruanischen Seite half ich dem Zöllner bei dem Ausfüllen eines Computer Formulars für das Motorrad. Es wurde noch ein Ausdruck erstellt und schon durfte ich nach Peru einreisen.Man darf dem Internet nicht alles glauben.

Peru ist nun das 7te Land auf meiner Reise durch Südamerika. Insgesamt bin ich bis jetzt über 21.000 km mit dem Motorrad hier unterwegs.

Puno liegt auch noch am Titicacasee (3800 m).
Von dieser Stadt gehen geführte Touren zu den schwimmenden Inseln auf dem Titicacasee. Ich entschied mich, die schwimmende Insel Urus zu besuchen. Ich wurde mit 16 anderen Personen in einem Boot zu dieser Insel gebracht. Dort erklärte man auf amüsante Weise den Aufbau der Insel, dessen Schilfhütten und das Leben der auf Urus lebenden Einwohner. Sie haben dort eine Schule, eine Post, einen Markt, Restaurants und eine Kirche - verteilt auf den verschiedenen Inseln.
Es ist faszinierend, über die schwankenden Schilfinseln zu laufen. Es sind ca. 40 Inseln, die etwa 6 km von Puno entfernt liegen.
Es handelt sich um eine aufwändige Konstruktion aus Totora-Schilf .Diese Pflanze hat durch Hohlräume einen hohen Auftrieb im Wasser.Die Inseln bestehen aus kreuzförmigen aufeinander gelegten Schilfschichten - bis zu 2 m dick. Da das Schilf unten weg fault, müssen immer neue Halme nach gelegt werden. Auch die Hütten und Boote werden aus dem Schilf gebaut.
Es leben rund 5 Familien auf einer Insel.

Die Taxis in Puno sind auch lustig. Sehen aus wie neumodische TucTuc`s aus Asien.













Samstag, 26. Mai 2018

km 5870 - Copacabana (Bolivien)

Das letzte Ziel in Bolivien ist das Städtchen Copacabana. Liegt direkt am Titicacasee in 3800 m Höhe.
Der See ist 178 km lang und bis 67,4 km breit und hat eine durchschnittliche Tiefe von 107 m.
Er ist größer als Korsika und friert nie ein, ist somit das ganze Jahr beschiffbar.
Ich buchte eine Schifffahrt zur Isla de Sol. Damals sollte der Sonnengott Inti seine Frau und seine Kinder dort zur Erde gelassen haben. Somit spielt diese Insel eine große Rolle in der Mythologie der Inka.
Man hatte 5 Stunden Zeit, die Insel zu erkundigen. Sie erweckte Erinnerungen an Korsika.

Copacabana ist ein sehr netter Ort mit meist Backpacker-Touristen mit schönen und recht günstigen Unterkünften und Restaurants.






















Donnerstag, 24. Mai 2018

km 5710 - La Paz (Bolivien)

Nach dem Salzsee ging es am hohen Vulkan Cero Rico, welcher sich mit einer Höhe von  4800 m direkt über die Stadt Potosi erstreckt, vorbei nach La Paz. Die größte Stadt in Bolivien, vielleicht auch die faszinierendste. Sie ist aber, wie die meisten vermuten, nicht die Hauptstadt - obwohl die Regierung dort sitzt.
Die Stadt klebt wie in Schwalbennest in 3500 Meter an den Felsen - von oben bis ins Tal sind 1000 Höhenmeter zu überwinden.
Ganz toll sind die verschiedenen Seilbahnen die über die Stadt schweben - immer nach Farben sortiert. Diese entlasten das enorme Verkehrsaufkommen. Zusätzlich wird streng geregelt, welche Autos in die Stadt fahren dürfen - Montags die mit der Ziffer 1 vorne, Dienstags Ziffer 2 usw.
Trotzdem herrscht in der ganzen Stadt ein enormes Verkehrs-Chaos.

Es gibt viele Märkte in der Stadt. Auch einen Hexenmarkt mit Produkte aus Coca-Blätter, Liebestropfen für Paare, Lama - Embryos und Lama - Mumien die Schutz fürs Haus und Glück in der Familie versprechen sollen, und vieles mehr.
Ich habe dort nur Cocapastillen gekauft 😉

Bei einer geführten Tour durch LaPaz wurden sehr interessante Dinge über diese Stadt erzählt. Zum Beispiel über das dortige Gefängnis, wo ca. 2000 Inhaftierte "leben". In einer Zelle mit 2 x 2 Meter (King-Size Bett) sind 15 Menschen untergebracht. Sie schlafen übereinander. Es gibt aber auch 30 Luxuszellen. Diese werden von Drogenbossen und anderen reichen Kriminellen genutzt, um nicht auf offener Straße umgebracht zu werden, da dieses Gefängnis ja Tag und Nacht bewacht wird. Diese "Luxuszellen" verfügen wirklich über allen Luxus, den man sich vorstellen kann, angefangen von Internet, Telefon, eigenes Restaurant, Partyräume, ... Wer Interesse hat - diese können für 1500 US$ gemietet werden.